
In den vergangenen Monaten habe ich immer häufiger darüber nachgedacht, wie gut wir als Familie eigentlich auf eine unerwartete Notlage vorbereitet wären. Was passiert bei einem längeren Stromausfall, einem schweren Unwetter, einem größeren Brand oder wenn wir unser Zuhause kurzfristig verlassen müssen?
Gerade als Vater und Ehemann trage ich Verantwortung für meine Familie. Deshalb bin ich der Meinung: Wir sollten langsam anfangen, uns vernünftig vorzubereiten – nicht aus Angst oder Panik, sondern mit Ruhe und gesundem Menschenverstand.
Ein Notfallrucksack für jedes Familienmitglied
Ein sogenannter Flucht- oder Notfallrucksack soll uns dabei helfen, das Wichtigste griffbereit zu haben, falls wir unsere Wohnung kurzfristig verlassen müssen. Er darf nicht zu schwer sein und sollte regelmäßig kontrolliert werden.
In unsere Rucksäcke gehören unter anderem:
- Trinkwasser und haltbare Lebensmittel
- Persönliche Medikamente
- Erste-Hilfe-Set
- Taschenlampe und Ersatzbatterien
- Powerbank und Ladekabel
- Batteriebetriebenes oder Kurbelradio
- Warme Kleidung, feste Schuhe und Regenschutz
- Hygieneartikel
- Etwas Bargeld
- Kopien wichtiger Dokumente
- Notfallnummern auf Papier
- Ersatzschlüssel
- Persönliche Dinge für unsere Kinder
Wichtige Dokumente und sensible Daten sollten wassergeschützt aufbewahrt werden. Medikamente müssen regelmäßig auf ihre Haltbarkeit geprüft und an die persönlichen Bedürfnisse angepasst werden.
Gemeinsame Treffpunkte festlegen
Ein gefüllter Rucksack allein reicht jedoch nicht. Genauso wichtig ist ein gemeinsamer Familienplan. Denn bei einer größeren Notlage könnten Mobilfunk und Internet zeitweise ausfallen. Dann kann man sich möglicherweise nicht einfach anrufen oder eine Nachricht schicken.
Deshalb möchten wir feste Treffpunkte vereinbaren:
- Einen Treffpunkt direkt in der Nähe unseres Zuhauses
- Einen zweiten Treffpunkt außerhalb unseres Wohngebietes
- Eine vertraute Kontaktperson, bei der sich alle melden können
- Einen Plan dafür, wer unsere Kinder abholt
- Eine Ausweichroute, falls Straßen gesperrt sind
Unsere Kinder sollen die Treffpunkte ebenfalls kennen – natürlich altersgerecht und ohne ihnen Angst zu machen. Am besten schreibt man Adressen, Telefonnummern und wichtige Hinweise zusätzlich auf eine kleine Karte, die jedes Familienmitglied bei sich trägt.
Schritt für Schritt vorsorgen
Wir werden sicherlich nicht alles an einem einzigen Tag kaufen und vorbereiten. Viel sinnvoller ist es, nach und nach einen Vorrat aufzubauen und jeden Monat etwas zu ergänzen. Lebensmittel sollten regelmäßig verbraucht und ersetzt werden, damit nichts unnötig weggeworfen wird.
Auch das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe empfiehlt, sich auf mögliche Krisen und Katastrophen vorzubereiten. Dazu gehören neben einem Notgepäck auch Lebensmittel, Trinkwasser, Medikamente und zuverlässige Möglichkeiten, amtliche Warnungen zu empfangen. Weitere Informationen gibt es im offiziellen Ratgeber des BBK zur Notfallvorsorge.
Vorbereitung bedeutet Verantwortung
Natürlich hoffe ich, dass wir unsere Notfallrucksäcke niemals benötigen werden. Aber vorbereitet zu sein, gibt mir als Familienvater ein besseres Gefühl. Im Ernstfall bleibt möglicherweise keine Zeit mehr, lange zu überlegen oder wichtige Dinge zusammenzusuchen.
Dabei geht es mir nicht darum, Angst zu verbreiten. Es geht darum, Verantwortung zu übernehmen und sich innerhalb der Familie abzusprechen. Ein Notfallrucksack, einige Vorräte und feste Treffpunkte können bereits einen großen Unterschied machen.
Mein Gedanke ist deshalb ganz einfach:
Lieber heute in Ruhe vorbereiten, als morgen völlig unvorbereitet vor einer schwierigen Situation zu stehen.

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